***** Ja, enttäuschend ist es sicherlich ... aber eigentlich nur konsequent, nachdem sich Green Day schon auf "Insomniac" (1995) langsam und auf "nimrod." (1997) sicher von ihrem alten Powerchord-Pop-Punk entfernt hatten. Dennoch ist "Warning:" bei weitem nicht so abwechslungsreich wie der Vorgänger. Stattdessen wurde einfach mehr auf Akustikgitarren gesetzt - was der Band erstaunlich gut steht, wie ich jetzt nach langer Eingewöhnungszeit gestehen muss. Los gehts jedenfalls ganz grandios mit "Warning", das den Hörer gleich überrascht, da es doch keine verzerrten Gitarren gibt, jedoch durchaus die GD-typische Attitüde. Cool. So ähnlich geht es weiter, "Jackass" hat ein Saxofonsolo, "Hold On" und "Minority" gewinnen dank der Mundharmonika deutlich an Charme, in "Macy's Day Parade" begeistern die Streicher, und "Misery" könnte sich von den "Dookie"-Green-Day soundmäßig kaum deutlicher unterscheiden. Dennoch vergisst man nie, dass es sich hierbei um eine GD-Platte handelt. Das fällt jedenfalls sehr positiv auf, auch, dass es vier Highlights mit 6* gibt, namentlich "Misery", "Blood, Sex and Booze", "Warning" und "Macy's Day Parade". Jedoch stehen auf der anderen Seite zu viele unterdurchschnittliche Songs. "Deadbeat Holiday", "Waiting", "Church on Sunday", um nur einige zu nennen. Solche hätten es auch mit härterem Sound nicht auf ein "Dookie" oder "Insomniac" geschafft. Bleibt zu sagen, dass auch dieses Album absolut hörenswert ist, jedoch im Vergleich zu den Vorgängern (und auch dem Nachfolger) ziemlich absackt. Der Zenit war auf "Insomniac" erreicht, die musikalische Weiterentwicklung stand der Band zwar gut, jedoch litten darunter meistens die Kompositionen. |